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LäSST DAS GLüCK SICH LOCKEN?© Marlen Schachinger (22.04.09)
Ja, meint Luisa Francia
und stellt sogleich die Frage, warum man sich die Hölle machen solle, wenn doch der Himmel voller Geigen sei ... - Eine Rezension von Luisa Francias “Die magische Kunst, das Glück zu locken” von Marlen Schachinger.
ücher rund ums Glück gibt es haufenweise, und wer sich damit befassen mag, wie sie denn in Hinkunft ein bisschen mehr davon abbekäme, hat sogleich die Qual der Wahl. Von literarisch über philosophisch bis hin zu esoterisch oder psychoanalytisch reicht das Spektrum der Glücks-Angebote und viele jener Titel scheinen uns mitzuteilen, es geschehe uns nur recht, wenn wir uns un-glücklich fühlten und die Weil-Liste danach ist eine lange ...
Was Francias Buch von allen anderen mir bekannten unterscheidet, ist die Leichtigkeit des Tons; da muss nichts 'gemacht' werden, es geht um keine Analyse, um die man sich bisher feige gedrückt habe, Vater-Mutter-böse-Gesellschaft-wie-auch-immer, nein, im Gegenteil: Wir sollen mal zur Abwechslung 'einfach' ein bisschen da-sein, wach-sein ... Und wer jetzt meint, so simpel könne es sich mit dieser ganzen Angelegenheit der Glückseligkeit unmöglich verhalten, lasse sich bitte eines besseren belehren: 'Unglück' habe Suchtstruktur, so Luisa Francia, und daher sei es wichtig, aus dem Jammern, dem ewigen Wiederholen von Ungerechtigkeiten und Kummer auszusteigen: “Die Welt ist ungerecht. Wer das bis jetzt nicht verstanden hat, ist irgendwie nicht ganz anwesend” (S. 201), erklärt sie unumwunden. Ausgehend von der These, Gleiches ziehe Gleiches an, regt sie an, das Glück zu fokussieren und nicht seinen Widerpart. Vieles erklärt sie auch zu Ansichtssache:
“Was sollte das für eine Sisyphos-Arbeit sein, Menschen davon zu überzeugen, dass man ganz toll, respektabel, ehrbar, tadellos ist. Ich weiß, dass über mich getratscht wird, sobald ich mich umdrehe und weggehe. Ich habe dafür Verständnis, weil ich Tratsch für eine notwendige Erholungstechnik der Zivilisation halte. Die Angst, in Verruf zu geraten, lässt sich am besten dadurch bekämpfen, dass man in Verruf gerät. Ich sage es immer wieder gern mit den Worten meiner Mutter: Wer hinter meinem Rücken redet, der redet mit meinem Hintern.” (S. 182)
Neben praktischen Anregungen wie Tees, Glückskeksen und -orakel, einer Glückskoordinatenkarte, Glückshauben und einfachen Atemübungen finden sich auch Erzählungen über diverse Glücksgöttinnen, Überlegungen zu Glück - und seinen GegenspielerInnen. Ob ich nun nach dieser Lektüre glücklicher sei? - Wissen Sie was, ich glaube, in der Frage steckt schon der Kern des Übels ...
 Luisa Francia Die magische Kunst, das Glück zu locken
Ullstein Buchverlage, Berlin 2008 208 Seiten, broschiert €D 8,95 / €A 9,20 / sFr 16,90 ISBN: 978-3-548-74452-0
Buch bestellen (bei Berta - Bücher und Produkte, Graz)
WEITERE BÜCHER von Luisa Francia (eine Auswahl)
Auf Katzenpfoten zur Nirvanarolle 2004 Hexenbesen Zauberkraut 2005 Einschlafen träumen ausschlafen 2005 Wortwechsel 2006 Das magische Kochbuch 2006 Beschützt, bewahrt, geborgen 2007 Dunkle Spiegel 2007
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