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NATURKOSMETIK© Enja Margot Handler (07.05.09)
Fühl Dich wohl in Deiner Haut
Margot Handler entwickelt und erzeugt seit 1994 Naturkosmetik in liebevoller Handarbeit. Sie erzählt, warum diese gegenüber der industriell hergestellten Kosmetik entscheidende Vorteile bietet.
osmetik hat von der Etymologie her mit “Kosmos” zu tun, ein Wort, das “Ordnung”, aber auch “Schmuck” bedeutet. Vieles, was wir mit dem Wort “Kosmetik” assoziieren, und was sich zum Beispiel in Redewendungen wie “die ungeschminkte Wahrheit” oder “das ist bloß Kosmetik” ausdrückt, stammt noch aus der langen Tradition der puritanischen Körperfeindlichkeit, die erst in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts begonnen hat, sich aufzuweichen. Heute hat das Pendel, möchte man sagen, fast schon in die andere Richtung ausgeschlagen, und ein regelrechter Körperkult hat sich entwickelt. Fitness, gesunde Ernährung, Schönheit sind uns wichtig, Wellness liegt im Trend und so manche fragt sich vielleicht, welche von den zahllosen Produkten am Markt empfehlenswert sind. Hier also ein kleiner Ausflug in die Naturkosmetik und ihre besonderen Eigenschaften.
Kosmetik und Seele
Es versteht sich von selbst, dass das zentrale Objekt der Kosmetik die Haut ist. Sie ist unsere äussere Grenze, deren Hauptaufgabe es ist, den Körper vor Einflüssen zu schützen, die ihm nicht bekommen. Sie ist zugleich unser größtes Sinnesorgan - dasjenige, mit dem wir Berührung wahr nehmen und uns “durchs Leben tasten”. Wie sensibel die Haut auf Berührung und andere Einflüsse von außen reagiert, kann man allein schon daran erkennen, dass in der Haut eines Erwachsenen etwa 10 Millionen Sinneskörperchen sitzen, die die empfangenen Außeneindrücke weitervermitteln.
Zugleich ist die Haut aber auch ein feiner Barometer für Signale von innen: an ihr bilden sich unser Gesundheitszustand, unsere Lebensweise ebenso ab, wie das, was wir an Gedanken und Gefühlen die Themen Berührung beziehungsweise Abgrenzung betreffend in uns haben. Alles, was wir an der Haut sehen, ist eine Rückmeldung vielfacher Reaktionen des gesamten Organismus, des Nervensystems, des Blutkreislaufes und des Hormonhaushalts auf innere Verhältnisse und äußere Reize. Hautprobleme sind demnach die Ausdrucksform eines mehr oder weniger pathologischen Zustandes, Zeichen einer Abwehrreaktion oder einer Mangelerscheinung, die in der Regel vom vegetativen - dem nicht dem Willen unterliegenden - Nervensystem verursacht werden. So wird zum Beispiel Streß - welcher Art auch immer - an der Haut sichtbar. Durch Streß wird die Funktionsfähigkeit des Immunsystems, zu dem ja auch die Haut gehört, stark belastet. Ein Zuviel an Alkohol, Nikotin oder Sonne, ein Zuwenig an Schlaf oder Berührung, schlechte Ernährung und eine freudlose Lebenshaltung - nichts bleibt dem interessierten und geschulten Auge verborgen.
Auch ganzheitliche DermatologInnen und KosmetikerInnen sehen in der Haut einen “Spiegel der Seele” und sind sich der Tatsache bewusst, dass eine sanfte Kosmetik, also eine Hautpflege, die nicht künstlich in das sensible natürliche Gleichgewicht der Haut eingreift und ihr körperfremde und erst einmal zu verarbeitende Stoffe zumutet, langfristig für die Haut besser ist. Diese sanfte Kosmetik arbeitet nicht mit Wunderwirk-stoffen, die erst durch komplizierteste und daher in der Entwicklung teure Verfahren durch den natürlichen Schutzschild Haut geschleust werden müssen - was im Körper wiederum Streß verursacht - sondern nimmt sich die natürlichen Gegebenheiten zum Vorbild, um die Haut unter Einsatz von Naturstoffen in ihren Funktionen zu unterstützen.
Vorbild Natur
“Ein Kosmetikum ist sanft, wenn sich seine Bestandteile schon bisher in der Evolution des Lebens bewährt und eine sanfte, schützende Wirkung gezeigt haben”, schreibt Wolfgang Hingst in seinem 1985 erschienenen Buch “Zeitbombe Kosmetik” und “Synthetische, künstliche Substanzen, die in der Natur in dieser Form nicht vorkommen, bringen immer die Gefahr mit sich, daß der Organismus sich dagegen wehrt. Unverträglichkeit und Allergien sind die Folge” (S.204). Dabei ist zu bemerken, dass manche Menschen selbst auf Naturstoffe allergisch reagieren - doch man kann sich fragen, woher es kommt, dass heute die Allergien allgemein so sehr im Steigen begriffen sind.
Sanfte Kosmetik, die zugleich meist “Naturkosmetik” ist, verwendet natürliche Stoffe wie kaltgepresste fette Öle, Lanolin, Bienenwachs, Kakaobutter, reines Wasser, pflanzliche Wässer (sogenannte Hydrolate), und natürliche oder gar keine Duftstoffe. Da die Herstellung dieser Kosmetik in Österreich dem Lebensmittelgesetz unterliegt, muss sie auch bis auf wenige harmlose Ausnahmen auf künstliche Konservierungsmittel und Emulgatoren verzichten, was zugleich heißt, daß ihre Stabilität und Haltbarkeit geringer ist als die von synthetischer Kosmetik. Durch kühles Lagern, durch den Einsatz ätherischer Öle oder anderer natürlicher Konservierungsmittel wie zum Beispiel Salz verbessert sich jedoch die Haltbarkeit erheblich.
Die Haut und ihre Pflege
 In der Naturkosmetik begnügt man sich mit eher wenigen, sinnvollen Produkten, wie zum Beispiel einem Reinigungs- und einem Pflegeprodukt für fette, trockene oder normale, eventuell noch für empfindliche Haut.Vom Babyalter bis zur Pubertät hat man meist normale Haut, in der Pubertät häufig fette und mit zunehmendem Alter wird die Haut trockener. Empfindlich wird die Haut häufig unter dem Einfluß von Umweltfaktoren oder psychischen Faktoren.
Im Lauf des Lebens verringert sich das Vermögen der Haut, Wasser zu speichern, um etwa die Hälfte. Dies steht im Zusammenhang mit der nachlassenden Talgproduktion, denn wenn wenig Talg vorhanden ist, kann auch wenig Wasser gespeichert werden. Fett und Wasser gehen nämlich in der Haut eine Emulsion miteinander ein. Je kleiner die Fettmenge ist, desto weniger Wasser kann auch gebunden werden. Dadurch verliert die Haut an Polsterung, die ihr von innen ein rundes, glattes und frisches Aussehen verleiht - fette Haut gibt uns also trotz ihres Glanzes ein vitaleres Aussehen.
Das Geheimnis schützender und pflegender Kosmetik ist ganz einfach: es geht nur darum, die äusserste Hornschicht weder mechanisch noch chemisch zu verdünnen und sie gut durchfeuchtet und damit geschmeidig und glatt zu erhalten. Dazu dient natürlicher Weise der feine Fettfilm auf der Haut, der vor allem aus den Talgdrüsen gebildet wird. Wird dieser, zum Beispiel bei der Reinigung, ganz oder teilweise abgetragen, dann verdunstet mehr Feuchtigkeit aus der Haut. Sie wird brüchig und spröde.
Was die Reinigung betrifft, so hat die Haut von Natur aus die Möglichkeit, sich durch Abstoßen der Hornschicht laufend selbst zu reinigen. Das allein genügt allerdings unter den heutigen Umweltbedingungen nicht mehr. Reinigung durch Seife oder andere Waschlotionen ist aber in jedem Fall ein Eingriff in das “Ökosystem Haut”. Die in allen waschaktiven Substanzen enthaltenen Tenside dienen nämlich dazu, das Fett in der Haut und den daran gebundenen Schmutz zu lösen, so dass die Haut bei übermäßigem Gebrauch dieser Mittel und ohne anschliessenden Wiederaufbau des natürlichen Gleichgewichts langfristig austrocknet und immer dünner, sensibler und anfälliger für aggressive Substanzen wird. So kann dann eine Konditionierung zur empfindlichen Haut einsetzen, das heißt die Überempfindlichkeit bleibt auch bestehen, wenn das aggressive Mittel nicht mehr verwendet wird.
Die beste Reinigung im Sinne der Erhaltung der natürlichen Hautfunktionen ist also eine Reinigungscrème, ein Reinigungsöl oder ein mildes natürliches Gesichtswasser mit wenig Alkoholgehalt. Durch das Auftragen einer fetten Crème wird das entfernte Fett und Wasser der Haut anschliessend wieder zurückgegeben. Mit Hilfe eines leichten Fettüberzugs kann auch eine übermäßige Abdunstung durch alle Arten von Umwelteinflüssen vermindert werden. Diese Unterstützung von außen ist heute notwendig um die natürliche Fett-Feuchtigkeits-Balance der Haut zu erhalten. Alle Hauttypen brauchen dabei das gleiche, nämlich das Auftragen einer Fettcrème (Wasser-in-Öl-Emulsion). Die einzige Ausnahme ist eine besonders fette Haut, die sehr rasch eigenen Hauttalg aufbaut. Bei dieser “Seborrhöe” (krankhaft gesteigerte Absonderung der Talgdrüsen) sollten solche Crèmes nicht angewendet werden. Es genügt hier die sanfte Reinigung der Haut. Während zur Pflege des ganzen Körpers Hautöle ideal sind, bieten für den Schutz stark beanspruchter Hautpartien - im Gesicht und an den Händen - Crèmen die besten Voraussetzungen.
Als Basis milder natürlicher Pflegecrèmen dienen verschiedenste kalt gepresste fette Öle, die noch alle wertvollen Inhaltsstoffe der Ausgangspflanze enthalten, zum Beispiel Avocado-, Weizenkeim-, Aprikosenkern-, Mandel-, Jojoba-, Olivenöl und andere mehr, Emulgatoren wie Lanolin und Bienenwachs, Wasser und natürliche Duftstoffe, zum Beispiel in Form ätherischer Öle, die die Gesamtkonstitution günstig beeinflussen. Dabei sind die Wasser-in-Öl-Systeme (das heißt, beim Herstellungsprozess wird die “Wasserphase” in die “Fettphase” eingebracht, wodurch eine Fettcrème entsteht), den Öl-in-Wasser-Systemen oder sogenannten “Feuchtigkeitscrèmes” vorzuziehen. Fett nimmt nämlich nur eine bestimmte Menge Wasser auf natürlichem Weg auf, so dass man bei dieser Herstellungsart mit natürlichen Emulgatoren wie Bienenwachs, Lanolin oder Sheabutter auskommt. Sie fördern und erhalten langfristig das natürliche Gleichgewicht der Haut. “Feuchtigkeitscrèmen” dagegen können nur mittels künstlicher Emulgatoren herge-stellt werden, weil sie mehr Wasser enthalten, als das Fett aufnehmen kann. Sie erzeugen die Illusion von Feuchtigkeit auf der Haut, müssen aber ständig nachgecrèmt werden, um diese aufrecht zu erhalten, und trocknen neueren Forschungen zufolge die Haut langfristig sogar aus. Es wird also genau das Gegenteil des gewünschten Effekts erzielt. Dazu kommt, daß Konservierungsmittel und Emulgatoren in zunehmendem Maß Hautprobleme verursachen (siehe Hingst S.207).
Naturkosmetik
Gegenüber der industriell hergestellten Kosmetik, die Paraffinöl (aus Erdöl hergestellt) und zahlreiche andere synthetische Inhaltsstoffe (wie künstliche Duftstoffe, Vitamine, aus Naturstoffen auf chemischem Weg extrahierte Einzelsubstanzen, durch Gentechnik erzeugte Stoffe, und andere mehr) einsetzt, die von der menschlichen Haut auf natürlichem Weg nicht aufgenommen werden können (die Haut “weiß”, warum sie sie nicht durchlässt!), bietet Naturkosmetik einige entscheidende Vorteile:
- Kalt gepresste Pflanzenöle und andere naturbelassene Inhaltsstoffe sind für die Haut wunderbar verträglich und werden vollständig aufgenommen; die Haut wird nicht mit Wirkstoffen konfrontiert und überfrachtet, für deren Aufnahme erst die Hautschranke künstlich durchbrochen werden muss.
- Die verwendeten Stoffe sind seit Jahrtausenden bekannt und als Schönheitsmittel bewährt, so dass weder aufwändige und teure Studien noch Tierversuche notwendig sind, um ihre Verträglichkeit zu testen.
- Der finanzielle Aufwand ist langfristig geringer, weil weder aufwändige Herstellungs- und Untersuchungsverfahren nötig sind noch millionenteure Werbung, mit der ständig neue “Wunderwirkstoffe” den KonsumentInnen schmackhaft gemacht werden müssen.
- Außerdem muss man aufgrund des langfristigen Pflegeeffekts mit der Zeit nicht immer mehr, sondern weniger schmieren und findet mit einigen wenigen Produkten ein Auslangen.
Der positive Effekt natürlicher Kosmetik wird natürlich durch eine gesunde Lebensweise (Ernährung, Bewegung, Lebenseinstellung) unterstützt. Das bei der Umstellung von synthetischer auf Naturkosmetik manchmal auftretende Gefühl, die Crèmen und Öle würde “auf der Haut stehen bleiben” verschwindet meist nach einem Monat - es ist ein Zeichen, dass die Aufnahmefähigkeit der Haut bereits verringert war.
 Margot Handler Bachblüten- und Aromaberaterin Herstellerin von “Amyris - Lust auf Duft” - Natürliche Wohlfühlprodukte mit ätherischen Ölen Mobil: +43 (0)664 58 95 022 office@amyris.at www.amyris.at
Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf www.wellnett.at Fotos: © Amyris - Lust auf Duft
ZUM NACHLESEN: Mit Düften leben Hexenjagd
Kommentare unserer Leserinnen...* Du kannst ...:   Naturkosmetik

Enja Margot Handler
28.06.09 19:32
Fühl Dich wohl in Deiner Haut
Margot Handler entwickelt und erzeugt seit 1994 Naturkosmetik in liebevoller Handarbeit. Sie erzählt, warum diese gegenüber der industriell hergestellten Kosmetik entscheidende Vorteile bietet. dieser Kommentar wurde automatisch erstellt, damit Forenbesucherinnen zum Artikel finden und den Zusammenhang verstehen
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 Re: Naturkosmetik

Petra Lina
28.06.09 19:36
Ich habe mal vor 2? Jahren bei einer Verlosung hier bei wolfsmutter.com ein Parfum von Margot Handler gewonnen. Bis dahin hatte ich, trotz nur Naturkosmetik seit 20 Jahren, noch kein Parfum für mich gefunden.
Jetzt habe ich schon zum 4.mal bei Margot das gleiche Parfum nachbestellt. Sie hat es intuitiv für mich ausgesucht. Super!
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