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MAGAZIN

XILING NATUR & SEIDE

© K. Kneidinger & C. Binder-Pöstinger (20.05.09)


Natur & Ökologie

Warum wir Öko-Textilien bevorzugen

Die konventionelle Textilproduktion bringt große Umweltbelastungen und soziale Missstände in den Produktionsländern mit sich. Seit vielen Jahren setzt sich das Fachgeschäft XILING Natur & Seide in Linz mit dieser Problematik auseinander und bietet ökologische Kleidung vom Feinsten.



XILING Natur & Seide Folder

ie konventionelle Produktion von Textilien bringt große Umweltbelastungen in den Produktionsländern, vor allem in Asien, mit sich. Die Umweltverschmutzung passiert nicht vor der Haustür der KonsumentInnen, somit fehlt auch die Betroffenheit und Sensibilisierung für die Problematik. Jährlich werden etwa 18% der gesamten weltweit verbrauchten Pestizidmengen im Anbau von Baumwolle eingesetzt. Die direkten Auswirkungen von Textilchemikalien oder Pestizidrückständen auf die Gesundheit sind selten unmittelbar spürbar. Neben den ökologischen und gesundheitlichen Problemen herrschen entlang der gesamten Produktionskette schwere soziale Missstände, die für KonsumentInnen nicht direkt erkennbar sind (und wahrscheinlich auch nicht gerne wahrgenommen werden wollen!).

Warum wir Öko-Textilien bevorzugen

Der ökologische Aspekt

Bei Textilien aus einem konsequent kontrolliert biologischen Anbau sind Kunstdünger, Pestizide und Entlaubungsmittel absolut tabu und auch bei der Weiterverarbeitung und Herstellung des Endprodukts werden keine umweltschädlichen Hilfsmittel (Mottenmittel, Herbizide, giftige Farbstoffe) und Verfahren eingesetzt. Zum Beispiel wird bei Baumwollpflanzen und Maulbeerbäumen sogar immer in bestimmten Abständen einer Fruchtfolge eingesetzt. Dadurch bleibt der natürliche Kreislauf und das biologische Gleichgewicht erhalten.

Der soziale Aspekt

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der soziale Aspekt, der sich im Falle von Produktionsstätten in der sogenannten “Dritten Welt” besonders auf die Regelung und Einhaltung der menschlichen Grundbedürfnisse bezieht. Da beim Anbau, der Ernte und der Weiterverarbeitung keine chemischen Hilfsmittel eingesetzt werden, gibt es einen doppelten Erfolg: Es wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern es werden auch die Arbeitsbedingungen der Menschen in den Herkunftsländern entscheidend verbessert und gesundheitliche Belastungen vermieden.

Der “natürliche” Aspekt

Biotextilien sind nachweislich gesünder für die Haut und für den Energiehaushalt. Kinesiologische Tests zeigen, dass biologische, natürliche Kleidung positiv auf das Meridiansystem wirkt. Natürliche Textilien unterstützen die Regeneration der Haut und lassen sie atmen. Ökologisch, biologisch und fair gehandelte Kleidung aus Seide - Hanf - Baumwolle - Leinen - Wolle - Bambus sind Wohlbefinden für Körper, Geist und Seele!

Wissenswertes über die Öko-Textilien

Seide

Seide ist die Königin der Naturtextilien und ein besonderes Geschenk der Natur. Seide gehört wie die Wolle zu den tierischen Faserstoffen. Im Unterschied zur Wolle ist die Seide jedoch keine Faser, sondern ein Faden, der bis zu 4000 m Länge erreichen kann. Dieser Faden wird von einer Raupe gesponnen. Um den Seidenfaden zu gewinnen, werden die Kokons mit Heißluft und Heißdampf behandelt. Der lange Seidenfaden wird aufgewickelt und weiterverarbeitet.

Naturbelassene Seide ist die Faser, die der menschlichen Haut am ähnlichsten ist und wird sehr gut vertragen. Seide wirkt hautberuhigend, temperaturausgleichend und leitet Feuchtigkeit schnell weiter. Man sagt unbehandelter Seide eine heilsame und entzündungshemmende Wirkung nach. Gerade für Menschen mit empfindlicher Haut ist diese Faser besonders zu empfehlen. Um den seidigen Glanz und den weichen Griff von Seide zu erreichen, muss der Seidenleim entfernt werden. Diesen Vorgang nennt man Entbasten. Seide zählt zu den leichtesten und feinsten Naturfasern und zeichnet sich dabei durch eine sehr hohe Zug- und Scheuerfestigkeit aus. Seide lädt sich im trockenen Zustand leicht auf. Sie besitzt eine hohe Quell- und Saugfähigkeit und fühlt sich selbst bei 30% Feuchtigkeitsaufnahme noch nicht feucht an. Bereits 3000 v. Chr. wurde die Seidenraupenzucht erstmals in China erwähnt. Die Kaiserin XiLing Shi (“Große Frau”) entdeckte bei einem Spaziergang den Kokon einer Seidenraupe im Geäst eines Maulbeerbaumes. Die Bezeichnung “Organic” weist darauf hin, dass die Maulbeerbäume für die Seidenzucht kontrolliert biologisch angebaut werden.

Hanf

“Es gibt keine Pflanze, die den Menschen mehr nützet als diese, sie ist sogar einträglicher als das Korn” heißt es in der “Abhandlung vom Hanfe” (Traité du chanvre) von Marcandier, die im 18. Jahrhundert in vielen europäischen Ländern erscheint. Diese hervorragende Nützlichkeit des Hanfs beginnt schon bei der Feldarbeit, denn es gibt keine andere Nutzpflanze, die im Anbau weniger Arbeit macht als Cannabis. Ist der Hanfsame, der in Mitteleuropa zwischen Mitte April und Mitte Mai ausgesät wird, erst einmal in die Erde gebracht - tief genug, um vor dem Appetit seiner natürlichen Freunde, der Vögel, geschützt zu sein - kann sich die Hanfbäuerin oder der Hanfbauer für die kommenden 100 Tage getrost anderen Aufgaben zuwenden. Mögliches Unkraut erledigt Cannabis von selbst und legt dazu ein gigantisches Wachstumstempo an den Tag: in drei Monaten schießen die Hanfstengel bis zu vier Meter hoch und überschatten mit ihren Blättern schon nach kurzer Zeit jede Konkurrenz um den Platz an der Sonne. Der starke Geruch der Pflanzen hält auch tierische Parasiten fern, sodass im Hanfanbau keinerlei Pestizide und Herbizide eingesetzt werden müssen.

Durch den chemiefreien Anbau und seine “überragenden” Anti-Unkraut-Eigenschaften hinterlässt Hanf für nachfolgende Pflanzen einen optimal präparierten Acker, wobei die feinen Äderchen des Wurzelwerks den gesamten Boden durchzogen und gelockert haben. Ein Weizen- oder Kartoffelfeld, auf dem im Jahr zuvor Hanf stand, bringt 10% mehr Ertrag, lautete eine Erfahrungsregel italienischer BäuerInnen Anfang des 20. Jahrhunderts. Schon vor jeder Nutzung ihrer Produkte ist die Hanfpflanze so als ideale Zwischenfrucht ein Gewinn für die Landwirtschaft und wie wissenschaftliche Versuche gezeigt haben sogar in der Lage, schwermetall-vergiftete Böden zu reinigen. Die aus dem Boden aufgenommenen Schadstoffe lagern sich dabei nur in den Blättern ab - die entsorgt werden - nicht aber in den Stengeln und Fasern, die weiterverarbeitet werden können.

In der Europäischen Union sind etwa 25 Hanfsorten zum Anbau zugelassen, der im Rahmen der Faserpflanzen-Subvention derzeit auch noch öffentlich gefördert wird. Wegen ihres geringen Gehalts an THC sind die Blüten dieser Hanfsorten für die Produktion von Marihuana oder Haschisch ungeeignet, weisen aber allesamt sehr gute Fasererträge auf. Aus den etwa 50 Kilo Saatgut, die beim Anbau zur Fasergewinnung pro Hektar gesät werden, hat sich 20 Tage nach der Aussaat auf dem Feld ein dichter grüner Teppich gebildet. Innerhalb der kommenden drei Monate wächst sich dieser zu einem wahren Gründschungel aus - dank Wasser, Sonne, Stickstoff und anderen Nähstoffen im Boden steht nun das Tausendfache der eingesetzten Samenmenge zur Ernte an: die gigantische Menge von etwa 50 Tonnen Biomasse. In südlichen Breitengraden, etwa in Kalifornien und Kentucky, konnten wegen des schnellen Wachstums der Pflanze sogar zwei Ernten pro Jahr eingebracht werden. Wer sich jemals in die “grüne Hölle” eines erntereifen Hanffeldes begeben hat, kann unmittelbar verstehen, warum Hanf den Göttinen der Fruchtbarkeit als heilige Pflanze zugeordnet war - Cannabis ist “The Mother of Green”.

Leinen

Leinen, auch “Linnen” genannt, wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen und ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Leinen wirkt kühlend und ist atmungsaktiv, schmutz-unempfindlich und langlebig. Leinen kann 35 % Luftfeuchtigkeit aufnehmen und ist dennoch trocken wärmend. Typisch für Leinen ist die Knitterneigung der Stoffe, auch “Edelknitter” genannt.

Baumwolle kbA

Baumwolle ist ein Malvengewächs und gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Die atmungsaktive Pflanzenfaser kann bis zu 24% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich dabei feucht anzufühlen. Aufgrund ihrer hohen Zugfestigkeit im nassen Zustand ist sie besonders geeignet für Bekleidung, die häufig gewaschen wird. Baumwolle ist eine sehr strapazierfähige Faser und lässt sich einfach pflegen. Aufgrund ihrer großen Hautfreundlichkeit ist sie besonders für sehr sensible Haut geeignet. Baumwolle weist eine geringe Elastizität auf und knittert deshalb stärker als Wolle. Baumwolle kann von Natur aus verschiedene Farben haben. Neben weißer gibt es auch braune und grüne Baumwolle. Allen farbig wachsenden Baumwollarten ist eine einzigartige Eigenschaft gemeinsam: Die Baumwolle zeigt ihre Endfarbe erst nach vielen Wäschen. Nach jeder Wäsche werden die Farben satter, schöner, dunkler und intensiver. Bis zu 100 Waschgänge braucht die Faser um ihren endgültigen Farbton zu erreichen.

Bereits vor 5000 Jahren erfolgte der Anbau in Indien schon im großen Maßstab. Von dort gelangte sie nach China. Araber brachten sie im 8.-10. Jahrhundert nach Südeuropa. Seit dem 18. Jahrhundert entwickelte sich in Europa die industrielle Verarbeitung von importierter Baumwolle. Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau ist besonders hochwertig. Hier wird auf den Einsatz mit Pestiziden verzichtet. Mit Hilfe von Düngemitteln wie Mist und Mulch werden dem Ackerboden natürliche Nährstoffe zugeführt. Schädlinge werden mit ungefährlichen Mitteln wie Duftlockstoffen bekämpft, das Unkraut jätet die Bäuerin oder der Bauer mit der Hacke. Die Ernte wird noch traditionell mit der Hand eingeholt. “Organic Cotton/kbA” ist deshalb die zur Zeit aus ökologischer Sicht beste Qualität in Baumwolle - und 100% ökologisch korrekt!

Wolle

Spricht man von Wolle, meint man damit in erster Linie Schafwolle. Weltweit werden pro Jahr 1,5 Millionen Tonnen Schafwolle geschoren und weiterverarbeitet. Das entspricht mehr als 96 Prozent aller produzierten Tierhaare. Die restlichen vier Prozent verteilen sich auf die sogenannten Edelfasern Mohair, Angora, Cashmere, Lama oder Kamelhaar, die vor allem in der Mode Verwendung finden. Wolle schützt die Tiere, von denen sie stammt, vor Temperaturschwankungen und Witterungseinflüssen. Das natürliche Wollwachs Lanolin und die ausgeprägte Kräuselung der Wollhaare bilden eine luftige Isolationsschicht. Sie lässt Regen außen abperlen, während Wasserdampf von innen in das Wollhaar eindringen kann, ohne dass die Wolle sich feucht anfühlt. Daher ist sie die richtige Naturfaser für Menschen, die temperaturempfindlich sind oder sich viel im Freien aufhalten.

Wolle fühlt sich auch bei 33%iger Feuchtigkeitsaufnahme noch nicht feucht an. Trotz der hohen Saugfähigkeit dringt Wasser in Tropfenform nur schwer ins Faserinnere der Wolle. Hat sie aber Feuchtigkeit aufgenommen, gibt sie sie nur langsam wieder ab. Dies führt zu langen Trocknungszeiten nach dem Waschprozess. Aufgrund ihrer natürlichen Elastizität, dem “Natural Stretch”, besitzt sie die beste Knitterresistenz unter allen Naturfasern. Unter normalen atmosphärischen Bedingungen lädt Wolle sich nicht elektrostatisch auf und Schmutzpartikel werden dadurch von ihr nicht angezogen. Kleidungsstücke aus Wolle regenerieren sich an der frischen Luft und müssen, so wie SEIDE und Hanf, nicht häufig gewaschen werden. Wolle ist schwer entflammbar, entzündet sich erst bei 560°C und brennt nicht selbständig.

Bambus

Bambus ist ein Gras und die weltweit schnellste wachsende “Pflanze” (bis 1 Meter pro Tag). Sie kann schon nach 4 bis 5 Jahren geerntet werden. Das Ernten von traditionellen Hartholzsorten ist erst nach 25-70 Jahren möglich. Nach der Ernte müssen die Bäume aufs neue angepflanzt werden. Bambus wirkt der Entwaldung entgegen! Bambus nimmt eine fünf Mal größere Quantität an Treibhausgasen auf und produziert 35% mehr Sauerstoff als ein vergleichbares Äquivalent Bäume. Bambus wirkt der globalen Erwärmung der Erde entgegen!

Bambusstoff fühlt sich sehr sanft und leicht an. Dadurch ist Bambuskleidung sehr angenehm und komfortabel zu tragen, vor allem auf der nackten Haut. Weil Bambusfasern eine offene Faserstruktur haben, kann die Feuchtigkeit besser und schneller absorbiert werden. Die Feuchtigkeitsaufnahme der Faser einerseits und ein besserer Transport der Hitze nach Außen andererseits garantieren die bakteriostatischen Eigenschaften. Während heißen Sommern wird die Haut länger kühl und trocken bleiben. Zum Beispiel bei Bambusfrottiergewebe (Handtücher...) kann man die höhere Saugfähigkeit ganz deutlich feststellen. Bambus braucht keine Pestizide oder Düngemittel, darum ist Bambus hypoallergen und organisch!

Soja

Diese Faser ist relativ neu! In einem Naßspinn-Verfahren werden die Soja-Proteine zu einer fantastisch weichen, diskret glänzenden Faser verarbeitet. Von Natur aus ist die Sojafaser von goldgelber Farbigkeit. Sie kann aber auch gebleicht und gefärbt werden, ohne dass ihr natürlicher, diskreter Glanz verloren geht. Ganz allgemein gesprochen gilt die Sojapflanze in allen Kulturen als Symbol für Wellness und Gesundheit. Schon mehr als 2000 Jahre vor Christi Geburt entdeckten die Chinesen die heilende Wirkung der Sojabohne. Die antibakterielle und antifungale Wirkung der Sojaprotein-Faser erschwert nachweislich die Ansiedlung von Bakterien oder Pilzen.

Die Sojafaser ist eine nachhaltig produzierte Textilfaser, hergestellt aus natürlichen und erneuerbaren Rohstoffen, genauer gesagt ist die Sojafaser ein Nebenprodukt der Nahrungsmittelherstellung. Sie ist zudem die einzige pflanzliche Proteinfaser der Welt. Während des gesamten Produktionsprozesses entstehen keine giftigen oder schädlichen Substanzen, und es werden für die Produktion auch keine Giftstoffe als Agenzien verwendet.

WEITERLESEN: Die zweite Haut von Karin Kneidinger

XILING Seide
XILING Natur & Seide
Fachhandel für ökologische, biologische und fair gehandelte Kleidung
A-4020 Linz · Rainerstraße 15 · Tel.: 0043 (0)732 665677
seide@xiling.at
www.xiling.at

Foto: © XILING



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