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FRAUENSPRACHE - SPRACHE DER VERäNDERUNG© Senta Trömel-Plötz (15.08.10)
Die Neuauflage einer Klassikerin
Senta Trömel-Plötz ist eine deutsche Sprachwissenschaftlerin. Gemeinsam mit Luise F. Pusch begründete sie die deutschsprachige feministische Linguistik. Ihr erstmals 1986 erschienenes Buch “Frauensprache: Sprache der Veränderung” zeigt die Zusammenhänge zwischen Sprache und gesellschaftlicher Wirklichkeit.
enta Trömel-Plötz, 1939 in München geboren, ist eine deutsche Sprachwissenschaftlerin, Autorin und Feministin. Gemeinsam mit Luise F. Pusch begründete sie als Professorin an der Universität Konstanz die deutschsprachige feministische Linguistik. Die beiden Sprachwissenschaftlerinnen haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Feminismus im deutschsprachigen Raum zu einer öffentlichen Angelegenheit wurde und sich mit den Jahren eine gerechtere Sprache durchsetzte. Die Liebe zur Sprache prägt Leben und Werk von Senta Trömel-Plötz.
Sie untersuchte Gespräche und wies nach, wie mittels der Sprache ganz alltäglich Gewalt gegen Frauen ausgeübt wird. Seit Ende der 1970er Jahren übt Trömel-Plötz Kritik an der deutschen Herrschaftssprache, die bis in die grammatischen Strukturen hinein Frauen ausschließt. Senta Trömel-Plötz war die erste, die 1978 in Deutschland zum Thema “Frauensprache - Männersprache” einen Aufsatz in einer linguistischen Fachzeitschrift und 1982 das erste Buch “Frauensprache - Sprache der Veränderung” veröffentlichte. Sie regte dadurch einen gerechteren und bewussteren Umgang mit der deutschen Sprache an, was nachhaltig zu einem veränderten Sprachbewusstsein führte. Trotz großer Resonanz auf ihre Bücher wurden ihre Bewerbungen an deutschen Universitäten immer wieder abgelehnt. Senta Trömel-Plötz lebt heute in Pennsylvania. Sie hält regelmäßig Lesungen und Vorträge in Europa. Senta Trömel-Plötz:
“Ich will die Machtausübung sichtbar und hörbar machen.”
“Mein Interesse als Feministin und Linguistin ist es, positive weibliche Eigenschaften sichtbar zu machen und zu ihrer positiven Bewertung beizutragen...”
In der Neuauflage “Frauensprache: Sprache der Veränderung” im Verlag Frauenoffensive beschreibt sie noch einmal die zeitgeschichtliche Entwicklung feministischer Sprachforschung in Deutschland. Das Buch enthält folgende Vorträge:
- 1. Gibt es eine Frauensprache?
- 2. Die beste Frau ist die, die nicht spricht
- 3. Linguistik und Frauensprache
- 4. Frauensprache in unserer Welt der Männer
- 5. Männer reden - Frauen schweigen
- 6. ..die Vergewaltigung der Frauen in der Männersprache..
- 7. zum Sexismus in unserer Sprache
- 8. Frauensprache - Konsequenzen für unser Handeln
- 9. Frauensprache - Männersprache: Sprachen der Unterdrückung oder Sprachen der Befreiung
- 10. Frauen und Macht in der Sprache
- 11. Sprachen der Unterdrückung
- 12. Sind sie angemessen zu Wort gekommen?
- 13. Anders reden: aber wie?
Senta Trömel-Plötz zeigt mit ihren Ausführungen deutlich, dass Sprache der ganzheitliche Ausdruck sowohl des gesellschaftlichen als auch des individuellen Bewusstseins ist. Unter den Bedingungen von Herrschaft spiegelt die Sprache nachgewiesener Maßen die gesamtgesellschaftliche Unterdrückung und Missachtung von Frauen. Dabei verwendete Sprachmittel sind Abwertung und Ausschluss von Frauen in allen Bereichen des Lebens durch Wortwahl und Sprechverhalten. Die Gewalt in der Sprache ist Ausdruck der gesellschaftlichen Gewalt gegen Frauen.
Nur gewaltfreie Gesellschaften, wie uns mutterrechtliche Gesellschaften zeigen, verfügen auch über eine gerechte Sprache für Frauen und Männer, die auf dem Wunsch von Übereinkunft und Miteinander beruht und frei ist von jeglicher Form von Missachtung. Auch wenn sich in den vergangenen dreißig Jahren dank des leidenschaftlichen Wirkens vieler Frauen (und einiger Männer) schon einiges in der deutschen Sprache geändert hat, so stehen die gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland noch aus, die das Deutsche zu unserer Muttersprache werden lassen, die im Boden eines gerechten Mutterlandes wurzelt.
Je genauer sich eine/r mit unserer Muttersprache beschäftigt, umso mehr Verformungen, Entfremdungen und Entstellungen fallen dabei auf, die ihr unter Herrschaft zugefügt wurden. Und die mittlerweile jahrtausendelange herrschaftliche Sprachgewohnheit lässt uns die fehlende Überstimmung von Inhalt und Sprachform noch immer hinnehmen ohne aufzubegehren. Unsere ursprüngliche Muttersprache wartet darauf von uns selbst mit Klarheit, Einfühlung und Weisheit wiederentdeckt und geheilt zu werden.
Einige AnRegungen zu mutter-sprachlich richtiger “Recht”-Schreibung:
Die Kraft ist immer gleich so wie die Wahrheit immer gleich ist und die Quelle allen Seins immer weiblich.
Die Kräfte, die das/die All unaufhörlich zeugen, gebären, nähren und wandeln sind mütterlich.
Jede/s Wesen ist eine einzigartige Offenbarung allmütterlicher Kraft und zugleich eine in sich vollkommene WiderSpiegelung des/r All/s.
Am/An der AnFang ist immer die Frau: die Freie, die Liebende, die Fruchtbare, - die Mutter des/r Leben/s und des/r Sterben/s.
Die AllMutter ist die heilige AllMacht der Schöpfung, aus deren Kraft alles entsteht: die Klang, die Ton, die Schall, die Lied, die GeSang, die Wort, die Satz, die GeBet, ...
Damit InHalt und Form einander stimmig widerspiegeln heißt es eigentlich: die All, die Himmel, die Stern, die Mond, die UrSprung, die MutterSchoß, die Kind.
Alle/s Mütterliche und alle/s Weibliche ist vom/von der GrundSatz her vollkommen.
WahrZeichen des/r VollKommenen und des/r Weiblichen ist überall auf der Erde und über-all im/in der All das/die Runde: die Kugel, der/die Kreis, der/die Kopf, ...
Die mütterliche Kraft wirkt durch ihre/n KraftFluss und auch diese/s Fließen ist zutiefst weiblich: die Leben(s)Fluss, die MondBlut (Blut: zu bleh - quellen), die MilchFluss, die WochenFluss, die Weg, ...
So verhelfen uns die ZusammenHänge unseres/r Leib/es durch WiderSpiegelung auch das/die Wesen von Kraft und Stoff auf allen anderen Ebenen zu sehen, zu begreifen und zu verstehen.
Alles Leben entstammt weiblich-mütterlicher Kraft und ist also weiblich, wie auch die Kraft der Wandlung selbst, die sich in dem/r Wechsel, dem/r Sterben und dem/r Tod offenbart.
Der/Die EiSprung ist der/die Ur-Sprung und natürlich weiblich wie auch die EierStock (stimmiger: die EiSchatzKammer), die EiLeiter, die Bauch, die das/die UnGeborene umschließt, die Auge, die ein/e uralte/s SinnBild (Bild - ursprünglich WunderKraft) der Scheide, der heiligen Grotte ist ...
Die Mutter offenbart ihre Kraft indem sie sie verbindet und zu Sichtbarkeit verdichtet durch: Wirken, Weben, Spinnen, Stricken ...
weshalb natürlich alle/s ZugeHörige auch weiblich ist: die (Mutter)Stoff (griech.: Materie), die GeWebe, die Teppich, die Faden, die Strick, ...
Die Wurzel der Worte (des “feierlich GeSagten”) offenbart uns ihr Wesen trotz aller herrschaftlichen MissHandlung unserer MutterSprache.
ÜBER DIE REZENSENTINNEN:
Rakuna & Anomatey widmen sich der ganzheitlich-spirituellen Heilarbeit aus der Kraft der Kreise - zum Wohle allen Seins. www.kraft-der-kreise.de
Senta Trömel-Plötz Frauensprache: Sprache der Veränderung
Verlag Frauenoffensive, 2007
220 Seiten, broschiert
€D 19,90 / €A 20,50 / sFr 33,80
ISBN: 978-3-88104-378-6
Buch bestellen (bei Berta - Bücher und Produkte, Graz)
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