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MAGAZIN

LAISE HYMNE

© Uschi Madeisky (13.06.08)


Musik

Frei nach dem Müttermanifest 2008

Die Sängerin Michelle Laise wurde beim Internationalen MutterGipfel 2008 in Karlsruhe spontan gebeten, auf die Bühne zu gehen und zu singen. Dies gab den Anstoß für eine einmalige CD.



Laise Hymne

o etwas gab es noch nicht! Und wenn ich diesen Song und das Arrangement nicht für so sehr gelungen hielte, würde ich das Ganze als Experiment bezeichnen. Denn welche traut sich schon einen solchen Text in ein Lied zu verwandeln und es noch auf modernste Art und Weise zu produzieren.

“Alles Leben kommt von einer Mutter....” beginnt die junge weibliche Stimme, und in der Stimme, so jung sie ist, schwingen tiefe Gefühle und weite Vernunft. Sie singt weiter: “Im Zentrum von unserer Fürsorge stehen Mutter und Kind”. Das Wort “Fürsorge” ist dabei so zart gesungen, als würde dabei tatsächlich ein Kind gewiegt. Der Chor (der sich aus der Vervielfältigung der schönen Stimme der Sängerin bildet) lässt uns wissen: “Jedes Kind hat ein Anrecht auf Liebe und Nahrung und unsere Förderung”. Da wird eine Vision entworfen, die so weit nicht weg zu sein scheint: “Der Rat der Weisen Frauen soll wichtige Fragen für uns entscheiden.” Es wirkt greifbar und spielerisch, eben weil es gesungen wird. Es wirkt nicht mehr wie eine Forderung an irgendjemanden oder gar an Vater Staat. Die Wirkung ist, als wäre es schon möglich, als geschähe grad um uns herum, dass im Zentrum der Gesellschaft wieder Frauen und Kinder stehen.

“Für alle Belange der Gesellschaft werden Kompetenzen der Mütter gebraucht.” Hören wir, als wäre es bereits eine Selbstverständlichkeit. “Für das Leben zu sorgen ist die wichtigste Arbeit von Frauen...” und hier setzt sie einen Takt aus “....und Männern.” Es heißt wirklich “Arbeit” und nicht etwa “Aufgabe” nein, Arbeit ist gemeint, und das ist hochpolitisch, denn mütterliches Tun (von Frauen und Männern) gilt bis zum heutigen Tag nicht als Arbeit. Auch schließt es ein, dass Männer mütterlich sorgend sein können. Wenn sie dann singt: “Mutter-Kind-Liebe ist die Basis von aller Liebe und allem Leben”, dann ist das besonders ergreifend, weil es eine junge Frau singt, die Tag täglich von den Medien und der männerzentrierten Kultur, in der wir leben müssen, zu hören bekommt: Die Liebe aller Liebe sei die zwischen Mann und Frau.

Diese einmalige CD brachte der Internationale MutterGipfel 2008 hervor. Dort sang Michelle Laise, die aus Dänemark stammt, das Lied live. Sie war mit ihrer Fräundin angereist, sie hatte ihre Gitarre dabei, sie stand nicht im Programm, sie wurde spontan gebeten doch auf die Bühne zu gehen und zu singen. Ehe sie beherzt los legte sprach sie davon, dass sie eigentlich schüchtern sei. Zum ersten Mal in ihrem Leben sang sie vor großem Publikum. Das passte dann auch alles. Diese große Mutterkonferenz fand nämlich in Karlsruhes wunderschönem Konzerthaus statt. Es war die Geburtstunde einer Sängerin unter Anwesenheit von mehr als 500 Müttern, denn wie sie so selbstverständlich sang, “hat jede Frau die Potenz einer Mutter”, auch wenn sie keine Kinder geboren hat.

Auf dieser CD sind noch weitere Lieder von Michelle Laise, alle aus der Sicht der wachen, empörten und sich nach Alternativen sehnenden jungen Frau. Etwa: “Wie in Afghanistan”, “Ende Gelände”, “Kinderlos”, “Das eigentliche Leben”. Ich kann diese CD sehr empfehlen, für Frauen allen Alters (auch mit den verschiedensten Geschmacksrichtungen) und als Geschenk für unsere Töchter und deren Töchter.

Laise HymneLaise Hymne
Frei nach dem Müttermanifest 2008
Musik, Gesang, Gitarre und Chor: Michelle Laise

Musik CD, € 10,00
Vertrieb: MatriaVal e.V.

CD bestellen

LINKS:
www.internationalermuttergipfel2008.de
www.alma-mater-akademie.de
www.matriaval.de
www.matria.de



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